Sofortbildkameras: Was man darüber wissen sollte

Die sogenannten Sofortbildkameras wurden von den Fotografen früher eingesetzt, um Beleuchtung und Positionen der Objekte im Voraus für ein Bild zu organisieren. Auf diese Weise konnten sie den Film sparen. Heutzutage werden die Sofortbildkameras der verschiedenen Hersteller wie Polaroid, Fuji-Film und Co. vielmehr als Partygadget angesehen und auch so verwendet. Mit einer solchen Kamera kann man Fotos auf die altmodische Art mit Freunden teilen – und zwar gleich nach der Aufnahme, fertig auf dem Papier ausgedruckt. Es reicht nur, das gewünschte Motiv zu wählen, den Auslöser betätigen, und sofort hält man ein fertiges Bild in der Hand. Das ist eben der Hauptgrund dafür, weshalb sich Sofortbildkameras auf Partys und anderen Festen einer so großen Beliebtheit erfreuen. Die wohl bekanntesten Marken auf dem Markt kommen aus dem Hause Fujifilm – mit seiner Instax-Reihe, sowie Polaroid – der als Pionier aller Sofortbildkameras gilt. Beide Systeme ermöglichen es, die Bilder nach der Aufnahme sofort teilen zu können, jedoch die Bedienung und das ausgedruckte Foto weisen deutliche Unterschiede auf.

Sofortbildkameras – Technik, die dahinter steckt

Für die sofortige Entwicklung wird eine Sofortbildkamera anstatt mit einem einfachen Film mit einem Stapel Papierblättern geladen, deren lichtempfindliche Schicht ähnlich der eines Negativfilms ist. Das Fotomaterial enthält die notwendigen chemischen Stoffe, die in Form einer Paste zum Entwickeln des Bildes benötigt werden. Wird nach einer Aufnahme die Bildeinheit herausgezogen, werden automatisch die Chemikalien zwischen Negativ und Positiv verteilt und transportieren dabei Silberteilchen (bei Schwarz-Weiß-Material) oder Farbstoffe (bei Colorfilmen). Sie werden im Positiv eingelagert, das nach der filmtypischen Einwirkzeit im weiteren Prozessverlauf vom Negativ getrennt wird. Die Sofortbildkameras liefern keine Negative, deswegen ist eine Duplizierung der Aufnahme im klassischen Verfahren nicht möglich, nur durch Reproduktion im Bild-von-Bild-Verfahren lassen sich Kopien machen. Der Fotograf hat die Auswahl zwischen schwarz-weißen und farbigen Aufnahmen, die mit dem jeweils entsprechenden Fotomaterial erstellt werden können. Im Jahre 1972 entstand das sogenannte Integralfilm-Verfahren, bei dem die Abläufe in einer kompakt geschlossenen Bildeinheit stattfinden. Die Integralfilm-Kameras ermöglichen eine Belichtung mithilfe eines Spiegels, wobei die Bildeinheit motorisch transportiert wird. Die chemischen Stoffe enthalten einen Farbstoff, der die Bildeinheit vorerst vor Licht schützt und sich erst mit der fortschreitenden Farbstoffbildung entfärbt. Auf dem fertigen Foto gibt es dann keinerlei Spuren des Lichtschutzes mehr.

Aus der Geschichte der Sofortbildkamera

Schon im XIX Jahrhundert gab es Vorläufer einer Sofortbildkamera. Der Pionier auf diesem Gebiet hieß Jules Andre Gabriel Bourdin, der 1860 in Paris das erste Model einer Sofortbildkamera für die Firma Dubroni entwickelte. Man musste jedoch bis 1947 warten, bis eine Sofortbildkamera auf den Markt kam. Sie wurde von Edwin Herbert Land entwickelt und von der Firma Polaroid produziert. So entstand die legendäre Polaroid-Kamera, die ersten Bildern waren in sepia und schwarz-weiß Farben, die Entwicklung verlief über ein Trennbildverfahren. Erst im Jahre 1963 kamen die ersten Polaroid Farbbildkameras. 1970 hatte Kodak seine Sofortbildkamera auf den Markt gebracht, die jedoch nicht so beliebt war, wie das Produkt von Polaroid. Mit der Zeit jedoch schienen die Menschen das Interesse an Sofortbildkameras verloren zu haben und so kam es dazu, dass Polaroid 2007 die Produktion einstellte. Die Sofortbildkameras hatten jedoch so viele Anhänger auf der Welt, dass man bei Polaroid das The Impossible Project (das unmögliche Projekt) gestartet hat. Infolgedessen restaurierte man zunächst die alten Polaroid-Modelle und stellte neue Sofortbildfilme her. Mit der Entwicklung neuer Sofortbildsysteme kam von dem Hersteller Socialmatic das neue Zero-Ink-Verfahren auf den Markt, das nun für das Comeback der Sofortbildkameras in einer digitalen Version sorgt.

Digitale- und analoge Sofortbildkamera – die Unterschiede

Digitale Sofortbildkamera

Die neuen digitalen Sofortbildkameras kommen dank der Zink-Drucktechnik oder Zero Ink-Technologie ohne Tinte aus. Das für die Bilder benötigte Papier besteht aus übereinanderliegenden Schichten aus farbigen Kristallen (Gelb, Magenta und Cyan). Im Laufe des Verfahrens werden die Farbpigmente durch thermische Impulse verschiedener Temperaturen und Einwirkungsdauer aktiviert, ein aufwendiger und lästiger Tintenwechsel wird hierfür nicht benötigt. Für den Druck der Bilder wird nur ein Sofortbildfilm gebraucht. Die digitalen Sofortbildkameras haben zudem eine Speicherkarte und einen Bildschirm, was die analogen Sofortbildkameras nicht haben. Damit wird es möglich, die Fotos auf den PC zu kopieren, ins Internet zu laden oder vor dem Ausdruck zu bearbeiten. Was die Qualität der Fotos betrifft, können die analogen Modelle nicht mithalten. Auch die Größe ist vorteilhaft gegenüber den analogen Sofortbildkameras – digitale Kameras passen in der Regel sogar in eine Hosentasche.

Analoge Sofortbildkamera

Trotzt einer veralteten Technik ist analoge Sofortbildkamera wieder voll im Trend. Der Preis liegt meist niedriger als bei einer digitalen Kamera, außerdem bringen die analogen Modelle viel von dem alten Charme der klassischen Polaroid Fotos mit sich. Die Optik der Bilder hat es in sich – man versucht sogar die besondere Farbgebung und die speziellen Kontraste dieser Fotos mit Filtern und Apps nachzuahmen, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Ein digitales Foto wird niemals das Gefühl erzeugen, das von einem Integralfilm kommt.

So schießt man optimale Bilder mit Sofortbildkameras

Dank einer Sofortbildkamera kann man ein Bild sofort nach der Aufnahme in der Hand halten. Doch wie gelingen die besten Aufnahmen? Bevor man auf den Auslöser drückt, sollte man folgende Tipps zum Umgang mit Sofortbildkameras beachten:

  • man sollte niemals direkt in die Sonne fotografieren, weil es sonst zu schwarzen Flecken auf dem Foto kommen kann
  • vorsichtig mit den Filmen umgehen – Filme für Sofortbildkameras sind nicht billig, deshalb sollte man beim Einlegen des Films darauf achten, dass man diesen nicht versehentlich belichtet. Falls der Film doch belichtet wurde, dann sollte man weiterhin die Bilder schießen, meistens werden nicht alle Abzüge unbrauchbar
  • Sofortbildkameras sind in der Regel nicht für Selfies ausgelegt, aber mit einem Spiegel kann man sich helfen.
  • Sofortbildkameras besitzen ein normales Objektiv im Bereich 50 bis 60 Millimeter, man nimmt mit der Kamera also das auf, was man auch sieht, es gibt keine Zoomfunktion.

Fazit

Polaroid- und allgemein die Sofortbildkameras sind heutzutage eine charmante Alternative zu den gängigen Digital- und Spiegelreflexkameras. Sie erreichen zwar nie dieselbe Bildqualität, erfreuen sich jedoch immer noch großer Beliebtheit. Die modernen Sofortbildkameras besitzen immer mehr Funktionen, die Aufnahmequalität wird auch immer besser, was genauso die Druckqualität betrifft. Auf dem Markt zählen Firmen wie Fujifilm und Polaroid zu den Vorreitern auf diesem Gebiet.

 

 

 

Sofortbildkameras: Was man darüber wissen sollte
5 (100%) 1 vote