Digitalkameras

Noch nie war das Fotografieren so leicht wie heute – der Grund dafür ist die Digitalkamera. Zur Verfügung steht ein großes Display, das bei der Auswahl des Motivs hilft und danach eine Vorschau des Schnappschusses zeigt. Falls das Bild nicht optimal ist, kann man es mit nur einem Tastendruck aus dem Speicher löschen. Die Bilder können später am PC oder am Fernseher im Großformat angeschaut werden. Darüber hinaus lassen sich die Fotos am Computer bearbeite – man kann die Qualität erhöhen oder einen wichtigen Bereich akzentuieren. Die Bilder können auch im Papierformat genossen werden, das geht über einen Drucker oder man gibt die Bilder zur Bearbeitung in ein Fotolabor ab. Man braucht nicht unbedingt einen Computer für die Bildbearbeitung, weil die Digitalkameras die gemachten Fotos gleich nach der Aufnahme selbst bearbeiten können. Alles läuft vollautomatisch ab.

Digitalkamera – ein Meilenstein in der Fotografie

Eine Digitalkamera unterscheidet sich enorm von den früheren Spiegelreflexkameras. Der Hauptunterschied liegt an dem Aufnahmemedium: Anstatt eines Films wird bei den Digitalkameras ein digitales Speichermedium angewendet.

Die Digitalkameras wurden etwa ab Ende der 80er Jahre überwiegend von den Profifotografen benutzt, die im Bereich Studio-, Mode- und Werbefotografie tätig waren. Ab Mitte der 90er Jahre wurden die Digitalkameras auch von den Journalisten für die Reportagen Fotografie verwendet. Digitalfotografie für Jedermann gibt es erst seit etwa 2003, als die sehr hohen Preise für die Digitalkameras erst nach unten gegangen sind. Das war auch das Ende der Herrschaft der analogen Fotografie – viele bekannte Hersteller haben damals die Produktion analoger Modelle entweder ganz eingestellt oder stark reduziert.

So funktioniert eine Digitalkamera

Ein Bild, das mit einer Digitalkamera gemacht wird, entsteht in einzelnen Schritten:

  • zuerst kommt das fotografierte Objekt durch eine optische Projektion auf den Bildsensor
  • danach kommt es zu einer optischen Filterung, was durch Hoch- und Tiefpass, Infrarot-, Farbfilter und Farbmosaiken geschieht
  • der nächste Schritt ist die Wandlung der Lichtintensitäten, die in analoge elektrische Größen umgewandelt werden
  • Digitalisierung der Werte infolge einer Analog-Digital-Umsetzung

Bevor man ein Bild macht, sollten erst die nötigen Einstellungen vorgenommen werden, damit das Bild auch gelingt. Dafür sollten folgende Schritte unternommen werden:

  • das Bild soll zunächst durch Autofokus oder manuell scharf gestellt werden, dazu nutzt man die Einstellscheibe (optischer Sucher) oder Softwarelupe und Kantenanhebung (digitales Sucherbild).
  • danach soll die ideale Belichtungszeit und Blende gefunden werden

Die verschiedenen Arten von Digitalkameras

Bei den Digitalkameras gibt es Bauformen, die schon aus der analogen Fotografie bekannt sind, nämlich die Kompakt- und Spiegelreflexkamera. Des Weiteren gibt es weitere Formen, die sich in der Bauweise voneinander unterscheiden:

Kompaktkameras

Die digitalen Spiegelreflexkameras unterscheiden sich äußerlich kaum von den digitalen Formen einer Spiegelreflexkamera, aber die kompakten Formen weisen schon wesentliche Unterschiede auf. Bei den digitalen Kompaktkameras fällt vor allem die extreme Miniaturisierung auf. Das wurde durch die extreme Verkleinerung des Aufzeichnungsformates ermöglicht. Immer seltener kommt der optische Sucher zum Vorschein, der durch großformatige Displays ersetzt wurde. Die kompakten Digitalkameras haben sehr kleinen Gehäusen, deren Größe man mit einer Zigarettenschachtel gleichsetzen kann. Das Objektiv verschwindet im Ruhezustand vollständig in der Front und wird automatisch verschlossen. Es gibt auch Kompaktkameras, die mit innen liegendem Objektiv ausgestattet sind. Die Frontlinse ist fest im Gehäuse eingebaut. Das einfallende Licht wird mittels Prisma auf die beweglichen Linsenelemente im Gehäuseinneren gelenkt. Solche Kameras mit dem sogenannten Periskopobjektiv sind sehr robust, man kann sie sogar unter Wasser verwenden. Die etwas professionelleren Modelle haben eine Bauform ähnlich den klassischen Kompaktkameras, also mit vorstehendem Objektiv und Griffwulst.

Bridgekameras

Die Bridgekamera ist eine Mischform zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkamera. Sie ist mit festem Objektiv und elektronischem Sucher ausgestattet, der einem optischen Sucher einer Spiegelreflexkamera ähnlich ist. Die meisten Bridgekameras haben Superzoom-Objektive.

Spiegellose Systemkameras

Die spiegellosen Systemkameras sind seit 2008 auf dem Markt und sie bilden einen Mittelweg zwischen den digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) und den Kompaktkameras. Die  DSLRs werden meistens von Profis und ambitionierten Fotoamateuren benutzt, weil sie sehr robust sind und eine gute Bildqualität bieten. Da kommen die spiegellosen Systemkameras auf den Plan: Sie sind vor allem günstiger als eine DSLR, darüber hinaus sind sie klein und leicht wie eine kompakte Digitalkamera. Zudem liefern sie aber eine gute Bildqualität, die man mit den Profi-DSLRs vergleichen kann. Wichtig dabei: je größer das Sensorformat, desto besser die allgemeine Bildqualität.

Digitale Spiegelreflexkameras

Die digitalen Kameras mit einem Spiegelreflexsystem sind mit einem digitalen Bildsensor ausgestattet. Die englische Bezeichnung lautet „digital single lens reflex“, kurz DSLR. Zu digitalen Spiegelreflexkameras gibt es eine große Auswahl an Wechselobjektiven, außerdem gibt es auch Modelle mit auswechselbarer, digitaler Kamerarückwand, die an den Kamerabody angesetzt wird. Digitale Spiegelreflexkameras bieten dem Fotografen einen hohen Maß an Flexibilität bei der kreativen Fotografie. Für qualitativ hochwertige Bilder sorgt hier der deutlich größere Bildsensor und ein leistungsstarker Autofokus.  Auch der sogenannte RAW-Modus ist ein wichtiges Produktdetail, das dem Fotografen die Arbeit erleichtert. Der RAW-Modus ermöglicht eine individuelle Einstellung von Schärfe, Farben, Kontrast und Helligkeit.

DSLR: Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Wenn die Bildqualität im Vordergrund steht und der Preis keine wesentliche Rolle spielt, dann gibt es keine besseren Fotokameras als die DSLR. Je weniger Licht dem Fotografen zur Verfügung steht, desto bessere Bilder liefert eine digitale Spiegelreflexkamera im Vergleich zu den anderen Kameras. Der Vorteil liegt vor allem bei den Aufnahmen bei stimmungsvollem Dämmerlicht oder bei Innenaufnahmen ohne Blitzlicht. Die DSLRs sind zudem universell einsetzbar. Mit einem passenden Zoomobjektiv und der Automatikeinstellung kann man ebenso damit fotografieren wie mit einer Kompaktkamera. Man kann auch einige Umrüstungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Wahl unter verschiedenen Objektiven. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, alle Aufnahmeparameter wie Empfindlichkeit, Verschlusszeit und Blende auch von Hand einzustellen. Damit ist man für jede fotografische Aufgabe bestens ausgerüstet. Eine ausgezeichnete Ergonomie der digitalen Spiegelreflexkameras ist der weitere Vorteil. Sie liegen gut in der Hand und lassen sich dank den großen Knöpfen und Rädern bequem bedienen.

Die DSLR-Kameras haben auch einige Nachteile:

  • sie sind groß und deswegen hat man sie nicht immer parat, wenn zum Beispiel plötzlich etwas Interessantes zu fotografieren gibt.
  • der Anschaffungspreis ist im Vergleich hoch
  • die praktischen Wechselobjektive können in manchen Situationen zum Nachteil werden – wenn man das passende Objektiv nicht dabei hat, obwohl man ihn brauchen würde, oder wenn bei schlechtem Wetter die Feuchtigkeit oder Schmutz ins Innere der Kamera gelangen.

 

 

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