Bridgekamera

Bridgekameras gelten als eine elegante Kombination bzw. eine Zwischenlösung von Kompaktkameras und Spiegelreflexkameras, davon kommt auch der Name („Bridge“ bedeutet auf Deutsch eine Brücke). Was ihre Größe, Gewicht und den Preis angeht, dann sind die Bridgekameras auch irgendwo in der Mitte platziert. Die Optik der Bridgekameras entspricht meistens der hervorragenden Optik einer guten Spiegelreflexkamera mit großem Brennweitenbereich. Das betrifft auch die weitreichenden Einstellungsmöglichkeiten, die in etwa der Einstellungsauswahl einer ordentlichen DSLR-Kamera entsprechen. Die Ähnlichkeit mit den Spiegelreflexkameras bringt jedoch auch die gleichen Nachteile. Aufgrund von Größe und Gewicht ist auch das Handling einer Bridgekamera ziemlich sperrig, man kann die Bridgekamera nicht einfach in die Hosentasche stecken und mit auf eine Fototour nehmen. Die Ausstattung steht lediglich der einer guten Kompaktkamera nah, in der Regel kann man ein Objektiv nicht auswechseln, was die Einsatzmöglichkeiten im Allgemeinen ein wenig einschränkt.

Was ist eigentlich eine Bridgekamera?

Wie gesagt, die Bridgekameras vereinen die Eigenschaften einer soliden Spiegelreflexkamera und einer Kompaktkamera. Hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:

  • Bridgekameras haben ein fest eingebautes Objektiv (in der Regel ist kein Objektivwechsel möglich), die eingebauten Objektive sind jedoch hochwertig und lichtstark die Objektive weisen einen hohen Zoomfaktor und gleichzeitig einen guten Nahbereich auf,
  • man kann sie automatisch und manuell bedienen
  • sie haben das optische Äußere einer Spiegelreflexkamera,
  • der optische Sucher gehört zur Ausstattung
  • mit einem integrierten Blitz und zusätzlich mit einem Blitzschuh ausgestattet, an dem ein externer Blitz angeschlossen werden kann,
  • mit einem Display auf der Rückseite.

So funktioniert eine Bridgekamera

Wenn man den Miniaturausführungen einer Kompaktkamera mit kritischem Blick gegenübersteht, dann ist man mit einer Bridgekamera bestens bedient. Eine Bridgekamera hat ein Kameragehäuse mit ausgeformtem Griff und einer großen Zahl an Bedienelementen. Die besseren Modelle verfügen über einen elektronischen Sucher, der im Idealfall durch eine hohe Auflösung von mindestens 920.000 Subpixeln überzeugt. Darüber hinaus haben sie ein schwenkbares und hochauflösendes Display. Die Objektive der meisten Bridgekameras bieten eine Vergrößerung von bis zu 83-fach, was eine ordentliche Leistung ist. Neben einer hohen Zoomstärke sollte man jedoch auch die Bildqualität im Auge behalten. Bei stark vergrößernden Objektiven nimmt die Auflösung der Bilder jedoch stark ab, insbesondere im Randbereich. Die Bridgekameras sind außerdem für ihren schnellen Autofokus bekannt, deren Auslöseverzögerung weniger als 0,5 Sekunden beträgt und damit die Anforderungen erfüllt, die einen schnellen Schnappschuss voraussetzen. Das gilt jedoch nur bei weitwinkliger Brennweite, bei maximaler Vergrößerung brauchen viele Bridgekameras immer noch länger als 0,5 Sekunden.

Vor- und Nachteile einer Bridgekamera

Wie die meisten Kameras haben auch die Bridgekameras ihre positiven wie auch negativen Seiten. Die Besitzer einer Spiegelreflex- oder Kompaktkamera müssen oft mehrere Objektive verwenden, um die fotografischen Möglichkeiten ihrer Kamera voll ausschöpfen zu können. Die Objektive sind jedoch meist nicht billig. Selbstverständlich ist eine einzige Optik mit großem Leistungsumfang immer auch ein Kompromiss aus Umfang und Qualität. Vergleicht man die Abbildungsleistung eines hochwertigen DSLR-Objektivs, dann wird man sofort Qualitätsunterschiede finden. Hier trumpft der große Zoom einer Brückenkamera mit seinem großen Umfang an optischer Brennweite. Der Funktionsumfang einer Bridgekamera ist im Vergleich zu einer Kompaktkamera um einiges breiter. Dem Fotografen steht zum Beispiel oft eine manuelle Fokusmöglichkeit, ein manuelles Zoom oder andere praktische Einstellungen zur Verfügung.

Was das Gewicht betrifft, ist eine Brückenkamera viel leichter als eine DSLR. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Bridgekamera auch nicht gerade in eine Hosentasche passt. Kompaktkameras sind im Vergleich viel kleiner. Wegen des kleinen Gewichts kann man die Bridgekamera aber überall mitnehmen, ob auf Wanderungen oder bei sportlichen Aktivitäten fällt sie nicht ins Gewicht. Erwähnenswert ist auch der hochwertige Sensor, der kaum oder gar nicht verschmutzt. Das Objektiv wird ja bei den meisten Bridgekameras nicht gewechselt, deswegen legt sich nicht annähernd so schnell Staub oder Schmutz auf dem Bildsensor ab, was bei einer Spiegelreflexkamera quasi auf der Tagesordnung steht. Die Brückenkameras arbeiten fast geräuschlos, weil ja beim Einsatz kein Spiegel hochgeklappt werden muss. Das ist ein großer Vorteil, wenn man an geräuschsensitiven Orten fotografiert.

Display- und Suchereigenschaften

Die elektronischen Sucher der Bridgekameras haben den entscheidenden Vorteil, dass vor dem Auslösen die Helligkeit der Aufnahme überprüft und korrigiert werden kann. Bei den allermeisten Kompaktkameras fotografiert man dagegen ausschließlich mit dem Display, was den Nachteil hat, dass die Kamera nicht nah an den Kopf gehalten wird, was das Verwacklungsrisiko erhöht /(unscharfe Bilder). Das menschliche Auge wird zudem von allem möglichen gestört, was das Auge um das Display herum wahrnimmt. Mit einer Bridgekamera lassen sich also bessere Fotos einfangen als mit einer Kompaktkamera.

Zu den weiteren Vorteilen einer Brückenkamera gehören unter anderem auch die Wasserwaage und das Histogramm. Eine Bridgekamera überzeugt zudem durch ein Klappdisplay, das man hervorragend für die Froschperspektive und die Vogelperspektive nutzen kann. Allerdings auch manche Kompaktkameras und viele Spiegelreflexkameras besitzen ein Klappdisplay.

Nachteile einer Bridgekamera

Mit dieser Kameraart lässt sich nicht mit einer hochwertigen Festbrennweite zu fotografieren, was im Endeffekt eine größere Offenblende und bessere Abbildungsqualität unmöglich macht. Die Nutzung eines extremen Weitwinkels (10-20mm) ist meistens ebenso nicht möglich, weil man das Objektiv nicht wechseln kann. Die professionellen Fotografen greifen deswegen meist zu den DSLR-Kameras, bei denen ein Objektivwechsel möglich ist.

Die Sensorgröße einer Bridgekamera kann sich mit der Sensorgröße einer Spiegelreflexkamera nicht messen. Das betrifft auch die Auflösung und Rauscharmut.  Bei schlechten Lichtverhältnissen hat eine Bridgekamera kaum Chance im Vergleich zu einer einer guten DSLR-Kamera. Das liegt vor allem an der kleineren Größe des Sensors.

Was die Blende betrifft, sind die Einstellungsmöglichkeiten bei einer Bridgekamera auch geringer. Meistens ist die kleinste Blendenöffnung eine f8, was die längeren Verschlusszeiten unmöglich macht. Bei einer intensiven Sonneneinstrahlung sind somit keine Verschlusszeiten von 1/30s möglich, ohne einen ND- oder Graufilter zu verwenden.  Auch der Autofokus ist dem einer Spiegelreflexkamera unterlegen. Beim Stromverbrauch punktet auch die DSLR-Kamera – durch den elektronischen Sucher und die ständige Nutzung des Sensors verbrauchen Bridgekameras viel Strom. Man sollte deswegen auf längere Fototouren mindestens drei Akkus mitnehmen.

Fazit

Wenn jemand keine zusätzlichen Objektive mitschleppen möchte und trotzdem in jeder Situation den optimalen Zoombereich einstellen will, der ist mit einer Bridgekamera gut bedient. Hier Vorteile im schnellen Überblick:

  • kein Objektivwechsel
  • automatische und manuelle Programmeinstellungen vorhanden
  • mit zusätzlichen Wechselobjektiven eine überzeugende Bildqualität,
  • großer Zoombereich: vom Weitwinkel bis zum Supertele,
  • optischer Sucher und Blitzschuh stehen zur Verfügung
  • günstig in der Anschaffung

Nachteile:

  • vor allem eine niedrige Auflösung und Bildqualität im Vergleich zu den Spiegelreflexkameras

Bridgekameras bieten somit auf jedem Fall eine interessante Alternative zu den Spiegelreflex- oder Systemkameras.

 

 

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